Random thoughts…in eigener Sache…Jahreswechsel…

Wieder einmal ist ein Jahr ins Land gegangen. Ein weiteres Jahr dahin. Während alle feiern, frage ich mich ernsthaft, WAS hier eigentlich gefeiert wird. Das Überleben? Cheers, ein weiteres Jahr in einer total kaputten Welt in einem Stück hinter uns gebracht, darauf ein Bier. Oder zwei. Oder zehn.

Mit alkoholischen Getränken sediert lässt sich das Drumherum eh besser ertragen, so what.

Oder vielleicht das Vorüberziehen des alten Jahres und der Beginn eines neuen? Während die Sanduhr unbarmherzig nur eine Richtung kennend weiter ihre Körner fallen lässt. „Wir gebären rittlings über dem Grabe“ konstatierte schon Beckett. Wie Recht er hat. Feiern wir doch einfach in barocker Manier dekadent den Niedergang, sterben müssen wir so oder so.

Wieso überhaupt der ganze Brauch? Ursprünglich sollte diese Veranstaltung mit Krach und pyrotechnischen Einlagen böse Geister vertreiben. Wenn ich mir allerdings dieser tags das ganze Geschehen auf der Welt ansehe, die Art und Weise, dessen der Mensch sich gegenüber Mitmenschen, Tieren, der Natur befleißigt, dann bin ich geneigt zu glauben, WIR (die Spezies Mensch) sind die bösen Geister. Irgend etwas läuft hier falsch. Nicht wir sollten das Feuerwerk abbrennen, irgend eine höhere Macht sollte es initiieren, um UNS fernzuhalten…

Ich schweife ab. Obgleich ich nicht am 31. feiere, schon lange nicht mehr, so bin ich persönlich auch relativ froh, dass 2017 vorüber ist. Symbolisch. Im Endeffekt ändert sich natürlich nichts. Das Leben bleibt dasselbe. Ist nur anders gelabelt. Dennoch sollte man vielleicht diesen symbolischen Neuanfang nutzen, um sich kurz aufs wesentliche zu besinnen (und in diesem Kontext auch mal zu selektieren, was überhaupt wert ist, bedacht zu werden).

Ich resümiere: Ich bin einigermaßen selbstzufrieden, ein Jahr wie dieses einigermaßen schadlos überlebt zu haben. 2017 hatte einige highlights zu bieten. Den ersten Jahrestag des Freitodes eines guten Freundes zum Beispiel (Rest in peace Matt, ich weiß, dass du dir irgendwo an einem anderen Ort dieses Drama in fünf Akten ansiehst, ein Bier trinkst, und lachst). Oder der Moment des Realisierens, dass mich selbst eine tödliche Krankheit ereilt hat. Den langen Kampf dagegen und das latente Bewusstsein, dass irgendwie nichts mehr ist, wie es war. Die Erkenntnis: Schmerz, physisch oder psychisch, ist wahrlich bewusstseinserweiternd und regt zum philosophieren an.

Am Ende, wie so oft im Leben, bleibt nur die Wahl zwischen Angriff und Flucht.

In diesem Jahr sind einige Leute gekommen, einige gegangen (worden). In diesem Kontext bin ich geneigt, in der Tat einmal das positive in der Krise hervorzuheben, denn in solchen Momenten erst werdet ihr wahrhaftig zu unterscheiden wissen zwischen wahren Freunden und halbseidenen, janusgesichtigen Überläufern.

Dieser Jahreswechsel ist eine Metamorphose. Würde ich mich in ein Sternbild verwandeln, wäre es vermutlich der Perseus. So fühle ich mich jedenfalls gerade. Heroisch den Kampf gegen die Medusa gewonnen. Darauf ein Bier. Oder zwei…..

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In diesem Sinne: es mag nicht schön sein, aber es gibt immer einen Weg. Irgendwo ist immer ein Loch im Zaun 🙂

Auf ins Jahr; es möge gelingen! EJ

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